
Der Gegensatz KI-Sichtbarkeit oder SEO? Warum ChatGPT dich ohne Google-Fundament kaum empfiehlt
Ist SEO tot, seit Kunden KI-Tools fragen? Nein. Hier erfährst du, warum Google und KI dasselbe Fundament brauchen.
KI-Sichtbarkeit oder SEO? Warum ChatGPT dich ohne Google-Fundament kaum empfiehlt
Neulich im Workshop mit SHK-Betrieben haben wir ChatGPT nach den Betrieben im Raum gefragt, und die Antworten waren ernüchternd. Ist SEO also tot, jetzt wo Kunden KI-Tools fragen? Nein: Deine Kunden fragen Google UND ChatGPT, und ChatGPT sucht selbst im Netz, auch bei Google. Wer dort unsichtbar ist, wird auch von der KI kaum empfohlen.
Lass mich kurz erzählen, was im Workshop passiert ist.
Wir hatten den Vormittag damit verbracht, wie KI im Büro eines Handwerksbetriebs Zeit spart: Kundenanfragen sortieren, Arbeitsberichte schreiben, Angebote vorbereiten. Dann habe ich spontan vorgeschlagen, die KI einfach mal nach den eigenen Betrieben zu fragen.
Die Stimmung im Raum hat sich schnell gedreht. Bei einigen Betrieben hat ChatGPT schlicht Unsinn erzählt. Andere hat es gar nicht gefunden. Dann haben wir dieselben Betriebe bei Google gesucht. Und auch dort waren einige so gut wie unsichtbar.
Das war der Moment, in dem allen klar wurde: Das Problem ist nicht die KI. Das Problem liegt eine Ebene tiefer.
Gleichzeitig lese ich in den sozialen Medien fast täglich denselben Satz: "SEO ist tot, jetzt zählt nur noch KI." Ich halte das für einen der schädlichsten Sätze, die gerade kursieren. Denn er führt bei vielen Selbstständigen zu genau zwei Reaktionen. Entweder lassen sie ihre Website liegen, weil sie ja angeblich keine Rolle mehr spielt. Oder sie machen gar nichts, weil sie nicht wissen, wo sie ihr Geld und ihre Zeit hinstecken sollen.
Beides ist teuer. Und beides ist unnötig.
SEO ist tot? Es lebe SEO.
Das Wichtigste in Kürze
Google ist weiterhin die mit Abstand wichtigste Quelle für Besucher auf Websites: In einer Ahrefs-Analyse von 76.000 Websites kamen knapp 40 Prozent des Traffics von Google und rund 0,2 Prozent von ChatGPT.
KI-Tools wie ChatGPT beantworten viele Fragen, indem sie selbst im Netz suchen, unter anderem bei Google. Wer dort schlecht auffindbar ist, fehlt in den Antworten.
Google AI Overviews nutzen laut Google dieselben Ranking-Systeme, Spam-Filter und den Knowledge Graph wie die normale Suche.
Fehlen der KI Informationen über dich, füllt sie die Lücke mit Vermutungen. Dein Ruf hängt deshalb direkt davon ab, was im Netz über dich steht.
Das Fundament für Google und KI ist dasselbe: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, klare Antworten auf echte Kundenfragen und echte Bewertungen.
Was sich bei Google und KI gerade verändert, ordne ich jede Woche für dich ein. Ohne Hype, mit klaren nächsten Schritten. Hol dir den KI-Insider Newsletter.
Das Problem: Lähmung statt Bewegung
Ich verstehe die Verunsicherung. Wirklich.
Du hast vielleicht vor ein paar Jahren Geld in eine Website gesteckt. Vielleicht hat dir jemand etwas über Keywords erzählt, und du hast ein paar Texte schreiben lassen. Dann kam ChatGPT. Und plötzlich erzählen dir alle, dass die Leute gar nicht mehr googeln, sondern nur noch die KI fragen.
Gleichzeitig merken viele Betriebe, dass weniger Besucher auf die Website kommen. Wer das ausgleichen will, zahlt für Anzeigen. Das kann funktionieren, frisst aber Monat für Monat Budget.
Und dann kommt die große Frage: Wo soll ich jetzt ansetzen? Bei Google? Bei ChatGPT? Bei einer dieser neuen Agenturen, die "KI-Sichtbarkeit" verkaufen?
Was ich in Workshops immer wieder sehe, ist keine falsche Entscheidung. Es ist gar keine Entscheidung. Die Unsicherheit ist so groß, dass Betriebe einfach abwarten. Bis klar ist, wohin die Reise geht.
Genau hier liegt der Denkfehler. Abwarten fühlt sich sicher an, ist aber die teuerste Variante. In der Zwischenzeit bekommen andere die Anfragen. Und die KI lernt in dieser Zeit weiter, was im Netz über deinen Betrieb steht, oder eben nicht steht.
Meine Haltung dazu ist einfach: Ein schneller erster Schritt, den du später korrigierst, bringt dich weiter als monatelanges Zögern. Du musst nicht alles richtig machen. Du musst anfangen.
Und die gute Nachricht ist: Du musst dich gar nicht zwischen Google und KI entscheiden.
Die Beweise: Warum Google und KI zusammengehören
Schauen wir uns an, was die Zahlen tatsächlich sagen. Nicht die Schlagzeilen, sondern die Daten.
1. Google bringt weiterhin die meisten Besucher
Ahrefs hat im Februar 2026 die Daten von 76.000 Websites ausgewertet. Das Ergebnis: Google steht für knapp 40 Prozent des gesamten Traffics dieser Seiten. ChatGPT kommt auf 0,21 Prozent. Google schickt damit rund 190-mal mehr Besucher auf Websites als ChatGPT.
Das heißt nicht, dass ChatGPT unwichtig ist. Es heißt, dass "SEO ist tot" schlicht nicht stimmt.
2. Gleichzeitig fragen immer mehr Kunden die KI
Die andere Seite ist genauso real. In der Umfrage "Local Consumer Review Survey 2026" von BrightLocal gaben 45 Prozent der Befragten an, ChatGPT oder andere KI-Tools für Empfehlungen zu lokalen Betrieben zu nutzen. Ein Jahr zuvor waren es 6 Prozent.
Das ist der Grund, warum beides zählt. Deine Kunden nutzen nicht entweder Google oder KI. Sie nutzen beides, oft für dieselbe Entscheidung.
3. Die KI sucht selbst im Netz, auch bei Google
Wenn du ChatGPT eine Frage wie "Wer ist ein guter Heizungsbauer in Dresden?" stellst, antwortet das Tool in vielen Fällen nicht aus dem Gedächtnis. Es schickt im Hintergrund eigene Suchanfragen los. Fachleute nennen das "Query Fan-out".
Wie viele das sind, hängt vom Modell ab. Eine Auswertung von Peec AI mit 5 Millionen solcher Suchanfragen kam im April 2026 auf durchschnittlich rund zwei pro Frage bei ChatGPT. Neuere, gründlichere Modelle schicken laut einer Analyse auf Search Engine Land vom Mai 2026 oft mehr als zehn Suchanfragen pro Antwort los.
Und woher kommen die Ergebnisse? Laut einer Analyse von Peec AI vom September 2026 nutzt ChatGPT inzwischen einen eigenen Suchindex, greift aber weiterhin auch auf Google-Ergebnisse und Google Maps zurück, über externe Dienstleister.
Für dich heißt das: Wenn du bei diesen Suchen nicht auftauchst, landest du nicht in der Antwort.
4. Google AI Overviews bauen auf der klassischen Suche auf
Bei den KI-Zusammenfassungen ganz oben in der Google-Suche ist der Zusammenhang noch direkter. Google schreibt selbst, dass die Kern-Ranking-Systeme der Websuche in die AI Overviews integriert sind. Sie sollen Informationen zeigen, die durch die besten Suchergebnisse gedeckt sind. Dazu kommen dieselben Spam-Filter und der Knowledge Graph, also Googles riesige Datenbank über Unternehmen, Personen, Produkte und Orte.
Mit anderen Worten: Über 20 Jahre Erfahrung im Aussortieren von schlechten Ergebnissen stecken in diesen KI-Antworten.
5. Google allein reicht trotzdem nicht
Jetzt kommt die ehrliche Einschränkung, die in vielen Beiträgen fehlt. Ahrefs hat im September 2025 untersucht, wie viele der von ChatGPT zitierten Seiten auch in Googles Top 10 stehen. Es waren nur rund 10 Prozent.
Ein Top-Ranking bei Google ist also kein Freifahrtschein für die KI-Empfehlung. Die KI schaut breiter: Was steht auf deiner Website? Was sagen Bewertungen? Was steht in Branchenverzeichnissen und Artikeln über dich?
Genau deshalb ist das Fundament so wichtig. Und genau deshalb hat die KI im Workshop Unsinn erzählt. Wo sie wenig Klares über einen Betrieb findet, füllt sie die Lücke mit Vermutungen. Dann stimmt plötzlich die Leistung nicht mehr, oder der Ort, oder sie verwechselt dich mit einem anderen Betrieb.
Solche Zahlen ändern sich gerade monatlich. Damit du nicht jeder Schlagzeile hinterherrennen musst, fasse ich das Wichtigste im Newsletter zusammen. Hier eintragen.
Die Lösung: Ein Fundament für Google und KI
Hier ist der Punkt, an dem es leichter wird.
Du brauchst keine zwei Strategien. Du brauchst kein teures "GEO-Paket" und keine neue Software. Die Dinge, die dich bei Google sichtbar machen, sind dieselben, die der KI helfen, dich richtig zu beschreiben.
Ich fasse das in drei Bausteinen zusammen.
Baustein 1: Sag Google klar, wer du bist. Das Google-Unternehmensprofil ist für lokale Betriebe der wichtigste Hebel überhaupt. Hier stehen dein Name, deine Adresse, deine Leistungen, deine Öffnungszeiten, deine Fotos. Daraus lernt Google, wer du bist. Und genau diese Daten tauchen in Google Maps und in KI-Antworten wieder auf.
Baustein 2: Denk in Fragen und Antworten. Menschen fragen Google und ChatGPT in ganzen Sätzen. "Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?" "Wie lange dauert eine Badsanierung?" Wenn deine Website genau diese Fragen klar und kurz beantwortet, kann die KI deine Antwort übernehmen. Und Google erkennt, dass du zu diesem Thema etwas zu sagen hast.
Die besten Fragen hast du übrigens schon. Es sind die, die dir Kunden jede Woche am Telefon stellen.
Baustein 3: Lass andere über dich sprechen. 97 Prozent der Verbraucher lesen laut BrightLocal Bewertungen, bevor sie sich für einen lokalen Betrieb entscheiden. Die KI liest ebenfalls mit. Echte, aktuelle Bewertungen sind ein starkes Signal, dass es dich gibt und dass du gute Arbeit machst.
Wenn diese drei Bausteine stehen, hast du das Fundament. Erst dann lohnt sich der Feinschliff für die KI-Sichtbarkeit, zum Beispiel strukturierte Daten oder gezielte Erwähnungen in Fachartikeln. Das ist das Sahnehäubchen. Aber ohne Kuchen bringt dir das Sahnehäubchen nichts.
Praktische Schritte: So legst du heute los
1. Mach den 10-Minuten-Selbsttest. Öffne ChatGPT mit eingeschalteter Websuche und frag: "Wer ist der beste [dein Angebot] in [dein Ort]?" Stell dieselbe Frage bei Google. Dann frag ChatGPT: "Was weißt du über [dein Firmenname] in [dein Ort]?" Notier dir, ob du genannt wirst und ob das, was die KI sagt, stimmt.
2. Bring dein Google-Unternehmensprofil auf Stand. Melde dich unter business.google.com an und prüf jedes Feld. Stimmen Leistungen, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten? Lade fünf bis zehn echte Fotos hoch: dein Team, deine Fahrzeuge, fertige Projekte.
3. Schreib eine Liste mit zehn Kundenfragen. Setz dich mit deinem Büro zusammen und sammelt die Fragen, die Kunden am häufigsten stellen. Hier hilft dir die KI: Lass dir aus deinen Stichpunkten von ChatGPT oder Claude klare Antworten mit zwei, drei Sätzen formulieren und prüf jede selbst.
4. Bau die Antworten auf deine Website. Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Seite. Oben steht in einem Satz, was du machst, für wen und wo. Darunter kommen die passenden Fragen und Antworten.
5. Bitte drei zufriedene Kunden um eine Bewertung. Nicht irgendwann, sondern diese Woche. Schick ihnen den direkten Link zu deinem Google-Profil. Je einfacher es für sie ist, desto eher machen sie es.
6. Korrigier, was falsch ist. Wenn die KI Unsinn über dich erzählt, such die Ursache. Oft sind es veraltete Einträge in Branchenverzeichnissen, eine alte Adresse oder eine Website, die nicht klar sagt, was du anbietest. Bring diese Stellen in Ordnung.
7. Wiederhol den Selbsttest in drei Monaten. Die KI lernt nicht über Nacht. Aber wenn du die Grundlagen pflegst, siehst du nach einigen Wochen, wie sich die Antworten verändern.
Du hast den Selbsttest gemacht? Dann bleib dran. Im KI-Insider bekommst du regelmäßig konkrete Schritte, mit denen Google und KI dich besser finden.
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FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten
Ist SEO wirklich noch wichtig, wenn meine Kunden ChatGPT fragen? Ja. Google bringt laut einer Ahrefs-Analyse von 76.000 Websites weiterhin knapp 40 Prozent aller Besucher, ChatGPT rund 0,2 Prozent. Dazu kommt: ChatGPT sucht für viele Antworten selbst im Netz, auch bei Google. Gute Auffindbarkeit bei Google hilft dir also doppelt.
Warum erzählt ChatGPT falsche Dinge über meinen Betrieb? Wenn die KI wenig klare Informationen über dich findet, füllt sie die Lücken mit Vermutungen. Häufige Ursachen sind ein unvollständiges Google-Unternehmensprofil, veraltete Verzeichniseinträge oder eine Website, die nicht eindeutig sagt, was du anbietest und wo. Je klarer und aktueller deine Angaben im Netz sind, desto genauer wird die Antwort.
Brauche ich eine spezielle Agentur für KI-Sichtbarkeit? Für den Anfang nicht. Die meisten Betriebe scheitern nicht an Spezialtechnik, sondern an den Grundlagen: Google-Profil, klare Website-Texte, echte Bewertungen. Die kannst du selbst in Ordnung bringen. Spezialisten lohnen sich erst, wenn dieses Fundament steht.
Wie finde ich heraus, ob mich die KI empfiehlt? Frag ChatGPT mit eingeschalteter Websuche: "Wer ist der beste [dein Angebot] in [dein Ort]?" und danach "Was weißt du über [dein Firmenname]?". Stell dieselbe Frage bei Google. Der Test dauert zehn Minuten und zeigt dir sofort, wo du stehst.
Was bringt mir das konkret? Anfragen ohne Werbebudget. Wer bei Google und in KI-Antworten auftaucht, bekommt Kunden, für die andere Betriebe Monat für Monat Anzeigen bezahlen.
Der Abschluss: Es lebe SEO
Zurück in den Workshop. Nachdem wir die Ergebnisse gesehen hatten, kam von einem Inhaber die Frage: "Und was mache ich jetzt? Noch eine neue Baustelle?"
Meine Antwort war: Nein. Es ist dieselbe Baustelle wie immer. Nur dass sie jetzt doppelt zählt.
Alles, was du für Google tust, hilft dir auch bei der KI. Ein gepflegtes Profil. Klare Antworten auf echte Fragen. Kunden, die gut über dich sprechen. Das ist kein Hexenwerk. Das ist Handwerk.
Du musst nicht auf die perfekte KI-Strategie warten. Du musst nur anfangen, und zwar mit dem Fundament, das du sowieso brauchst. Wer jetzt zehn Minuten in den Selbsttest steckt, weiß mehr als die meisten Mitbewerber.
SEO ist nicht tot. Es ist das Fundament, auf dem die KI dich findet.
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Quellen:



